Bücherei
Lesen Erleben in der Stadtbücherei Tulln
Lesen Erleben in der Stadtbücherei Tulln
„Ich habe mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.“ (Jorge Luis Borges)
Die Stadtbücherei Tulln ist eine öffentliche Einrichtung der Stadtgemeinde Tulln und bietet allen BürgerInnen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, Bildung, Herkunft und gesellschaftlichem Status, freien Zugang zu Wissen und kulturellen Angeboten. Der Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt auf der Förderung der Lesekompetenz und Lesebegeisterung von Kindern und Jugendlichen. Die Stadtbücherei Tulln versteht sich als ein Ort der Information und Kommunikation sowie der Anregung und Entspannung. Mit dem Slogan „Lesen Erleben“ werden vor allem Kindergärten, Schulen und Familien, aber auch Erwachsene aus Tulln und Umgebung angesprochen. Hauptaugenmerk wird auf Belletristik und Kinder- und Jugendliteratur sowie populäre Sachliteratur gesetzt.
Die Stadtbücherei Tulln definiert ihre wichtigsten Aufgaben folgendermaßen:
Bildung und Information
Die Stadtbücherei kooperiert mit Tullner Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen der Stadtgemeinde und unterstützt damit die lustvolle Leseförderung sowie die Wissenserweiterung. Die Stadtbücherei garantiert freien Zugang zu Information und erhöht so die Chancengleichheit. Als „lokaler Wissensspeicher“ sammelt die Stadtbücherei lokale Literatur aus und über Tulln.
Kultur
Als kulturelle Einrichtung in der Stadtgemeinde wird Literatur erlebbar gemacht: durch Lesungen, Buchvorstellungen und Präsentation der wöchentlichen Neuerwerbungen. Die Stadtbücherei dient als Plattform für lokale AutorInnen und versteht sich als wichtiger Literaturversorger vor Ort.
Lebensqualität
Als Raum ohne Konsumzwang ist die Stadtbücherei lebendiger Treffpunkt verschiedener Generationen, ein Ort der Begegnung und ein Ort sozialer Kontakte. Die Stadtbücherei bietet durch ihr Medienangebot und ihre Veranstaltungen Information und Unterhaltung und fördert damit eine sinnvolle Freizeitgestaltung.
Integration
Die Stadtbücherei Tulln bemüht sich, benachteiligte Gruppen (Sozialcard-BezieherInnen) anzusprechen und entsprechende Angebote zu entwickeln.
Kundenservice
Die Stadtbücherei stellt ein bedarfsorientiertes, fachlich ausgewähltes und aktuelles Medienangebot sicher, wobei den Wünschen der LeserInnen nach Möglichkeit nachgekommen wird. Die Stadtbücherei berät ihre KundInnen durch qualifizierte MitarbeiterInnen und unterstützt sie bei der Medienauswahl.
„Hast du einen Garten und eine Bibliothek, dann hast du alles, was du brauchst.“ (Marcus Tullius Cicero)
„Bibliotheken sind allein das sichere und bleibende Gedächtnis des menschlichen Geschlechts.“ (Arthur Schopenhauer)
„Das einzige, was man wissen muss, ist der Standort einer Bibliothek“ (Albert Einstein)
In Tulln beginnt die Geschichte des öffentlichen Bibliothekswesens im Jahr 1890. Am 16. März fand eine Besprechung von Vertretern des Allgemeinen Niederösterreichischen Volkbildungsvereins in Tulln statt, die die Gründung einer Volksfreibücherei beschlossen. Am 14. Dezember 1890 erfolgte im Gasthaus Brenner die Errichtung eines Zweigvereins „Tulln und Umgebung“. Gleichzeitig kam es zur Eröffnung einer Bücherei, deren Bestände von der Hauptleitung des Niederösterreichischen Volksbildungsvereins gespendet wurden. Wo sich diese Bücherei befand und wie lange sie Bestand hatte, ist nicht bekannt.
Die nächsten Nachrichten über eine Bücherei in Tulln sind für das Jahr 1906 überliefert, als in der Karlsgasse Nr. 7 vom katholischen Bildungsverein Volkslesehalle Wien eine Filiale eröffnet wurde. Ab 11912 arbeitete man am Standort Jasomirgottgasse 9 (Lintnerhaus). Offenbar dürfte diese Zweigstelle nach den Kriegsjahren geschlossen worden sein. Denn 1928 wurde eine neue Filialbücherei des Vereins Volkslesehalle in Tulln am Hauptplatz Nr. 3 eingerichtet.
1925 wurde eine Bücherei der Tullner Urania in der Bürgerschule eröffnet.
Beide Büchereien dürften bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten bestanden haben, Nachrichten dazu haben sich jedoch nicht erhalten. 1939 wurde aus den Beständen dieser beiden Büchereien die Stadtbücherei Tulln als “Volksbücherei” am Tullner Hauptplatz eingerichtet. Aufgrund der kriegsbedingten Raumnot wurde der Stadtbücherei das Lokal 1945 gekündigt, und die Stadtverwaltung ließ die Bücher – etwa 2500 Bände – mitsamt der Einrichtung in einen Raum des Krankenhauses bringen; dem Auftrag, die Bestände von NS-Gut zu säubern, konnte infolge der magazinmäßigen Unterbringung der Bücher nur kursorisch entsprochen werden. Nach kurzer Zeit musste das Spital geräumt werden, und die Bücher kamen in ein feuchtes Kellerzimmer des Amtshauses.
1950 wurden der Bücherei zwei ebenerdige Räume im barocken sog. Schneiderhaus am Rathausplatz in Aussicht gestellt, diese auch bereits saniert, als das Gebäude kurzfristig von der USIA beschlagnahmt worden ist. Die Bücher befanden sich damals in der Büchereistelle des bundesstaatlichen Volksbildungsreferenten für Niederösterreich in Wien zur Bearbeitung und blieben dort bis Herbst 1952.
Damals konnte das Haus Wild am Hauptplatz für die Bücherei sichergestellt werden, die feierliche Eröffnung fand am 17. Jänner 1953 statt.
Durch Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 waren die USIA-Räume am Rathausplatz wieder frei geworden und wurden nun doch von der Bücherei bezogen.
Aufgrund konservatorischer Probleme bei der Lagerung der Bücher erfolgte im Oktober 1963 eine neuerliche Übersiedlung, und zwar in das Haus der Kammer der gewerblichen Wirtschaft am Hauptplatz.

Die Neuaufstellung ging einher mit dem Übergang vom Thekensystem, bei dem der Leser von der Kartei und vom Katalog weg ausgeliehen hat, hin zur Freihandbücherei, wo der Leser sich am Buch selbst orientieren konnte – ein System, das bis heute beibehalten wurde und damals eine Steigerung der Entlehnungen um 37% mit sich brachte. Wohl wissend, dass der Platz nur für max. 5000 Bände ausreichen würde, wurde der Plan entwickelt, den Buchbestand möglichst aktuell zu halten, d.h. keine Blindgänger mitzuschleppen und somit die Bücherei lebendig zu halten; auch dieses Credo wird bis heute hochgehalten, indem pro Jahr eine bestimmte Zahl an Büchern aus dem Bestand ausgeschieden wird.
1977 erfolgte die Übersiedlung ins neue Rathaus in der Nussallee, wo der Bücherei nun 119 m2 Fläche zur Verfügung standen.
Doch auch dieser Platz wurde bald zu knapp, sodass 1993 Räumlichkeiten im revitalisierten Minoritenkloster (mit 135 m2) bezogen wurden.
2001 kam es zur bislang letzten Übersiedlung: Am 7. Dezember 2001 eröffnete die Stadtbücherei Tulln offiziell in der Wiener Straße 28, im sog. Zentner-Haus, ihre Pforten. Die neue Bleibe bietet ein angenehmes Ambiente zum Schmökern, insgesamt eine hellere, freundlichere Aussttattung, für Kinder eine eigene Leseecke, eine bessere Übersicht über die einzelnen Systematikgruppen durch exaktere Trennung der Bereiche, einen Fotokopierer sowie Internetanschluss/WLAN. Es gibt nun ausreichend Platz für den Medienbestand und die Adresse ist für die zahlreichen Tullner Schulen leicht zu erreichen.
Wir bieten: